Therapie
Um Lernen zu lernen, ist es nötig, so daran zu gehen, wie es sich für das wichtigste Geschäft in unserem Leben gehört: mit Gleichmut aber ohne Feierlichkeit, mit geduldiger Sachlichkeit aber ohne zwanghaften Ernst. Fäuste ballen, Stirn runzeln, das Spannen des Unterkiefers sind Zeichen ohnmächtiger Anstrengung und kontraproduktiv. Man kann trotz dieser Fehler Erfolge erzielen aber nur auf Kosten einer wahrhaft gesunden Lebenslust. (M.Feldenkreis)
Kinder sind kein Spalierobst. Sie dürfen nicht zurechtgestutzt und an Drähten entlanggezogen werden, damit sie möglichst viel Ertrag bringen. (entnommen aus Würde Was uns stark macht - als Einzelne und als Gesellschaft von Gerald Hüther)
Lesen
Bereits im Mutterleib nehmen wir unsere Umwelt über Basissinne wahr. Sie dienen als Grundlage für das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken nach unserer Geburt. Bis sich über unsere Augen im Gehirn die Wörter bilden, verläuft dort ein umfangreicher Prozess der ca. 100 Milliarden Neuronen, die ein Grundgerüst bilden und normalerweise, unter guten Voraussetzungen, ein Leben lang ausgebildet und vernetzt werden. Das Lesen lernen gelingt uns ganz unterschiedlich, vom mühsamen Entziffern über Texte nicht richtig verstehen bis zum schnellen Lesen und es kann sogar das Rechnen bei Textaufgaben stark beeinträchtigen.
Schreiben
Das Lese- und Schreibenlernen sind miteinander verbunden. So müssen die Laute mit Buchstaben verknüpft werden, was in der deutschen Sprache nicht immer einfach ist, auch wenn die Wörter lautgetreuer sind als Englisch oder Französisch. Für Wörter mit Buchstaben, die nicht lautgetreu ausgesprochen werden, gibt es Rechtschreibregeln. Für Kinder, bei denen eine Schwäche des Lesens und Schreibens getestet wurde, ist das alles mit sehr viel Schwierigkeiten verbunden, wie z.B. Auslassen, Verdrehen oder Verwechselung von Buchstaben, Wörter auswendig lernen als Hilfe reicht nicht mehr aus, unleserliche Handschrift, den Sinn der Wörter zu entnehmen und vieles mehr.
Rechnen
Eine Beeinträchtigung beim Rechnen auf der Grundlage einer ganz normalen Begabung hat viele Facetten und bedeutet für Betroffene oft einen langen Leidensweg. Dies wird dann auch verstärkt, durch die Ansicht, dass viel Üben hilft. Es gibt eine lange Liste von Merkmalen, wie z.B. Vorstellung von Mengen gelingt nicht, Ziffern einer Zahl werden verdreht, Schwierigkeiten beim Zehnerübergang, das Einmaleins kann nicht automatisiert werden, der Umgang mit Uhrzeit, Geld, Tagen und Monaten sowie Maß-Einheiten fällt schwer, Aufgaben im Text werden, trotz guter Lesefähigkeit, nicht verstanden und noch viele weitere Merkmale.
Konzentration
Unsere Denkprozesse im Gehirn sind ein Wunderwerk der Natur. Die geistige Anstrengung auf eine Aufgabe zu richten, lässt bei manchen Kindern nach einiger Zeit nach, so dass sie ihren Focus der Aufmerksamkeit hin und wieder ganz verlieren. Es gibt dafür viele verschiedene Betrachtungsweisen und kann sogar eine klinische Diagnose ergeben, die oft mit einer Andersartigkeit der Verarbeitung von Reizen im Gehirn mit sozialen, pädagogischen bis zu "normabhängigen" Lehrmustern kollidiert. Hierbei wird manchmal durch einen raschen Griff zu Medikamenten versucht, dieses dann sog. Krankheitsbild zu regulieren statt die Wahrnehmung und das Bewusstwerden der beeinträchtigen Handlungen im Blick zu haben.